Herzliche Einladung

 

Die Lutherbibel: Von ihren Anfängen bis zur Jubiläums-Revision 2017“.

Ein Vortrag in der Ev. Martin-Luther-Kirche Wirges,

Samstag, 28. Oktober 2017 um 18.00 Uhr

Referent: Pfarrer Dr. Raimund Wirth

im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Imbiss ein.

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Die evangelische Kirche Wirges wandelte auf den Spuren von Martin Luther

Eine fünftägige Tour führte 48 Reisende an die Wirkungsstätten des Reformators

Fünf Tage lang wandelten Gemeindeglieder der Evangelischen Kirche Wirges mit Pfarrer Klaus Groß und Gästen auf den Spuren von Martin Luther. Der Reformator Luther ist zurzeit allgegenwärtig, denn in diesem Jahr wird der 500. Jahrestag der Reformation gefeiert. 48 Reisende haben von dem fünftägigen Trip eine Fülle von Eindrücken und Informationen, Bekanntes aber auch etliches Neue mit nach Hause gebracht.

Die Reise war bis ins kleinste Detail geplant. Sollte doch die „Spurensuche“, die einem mit Informationen prall gefüllten Reisepaket glich, so viel wie möglich den Blick auf das Leben und Wirken Martin Luthers schärfen. Dabei waren viele Wege zu beschreiten. Doch am Ende darf als Fazit festgehalten werden: Das Wandeln auf den Spuren von Martin Luther hat sich gelohnt.

Die Stationen der Gemeindefahrt der Evangelischen Kirche Wirges, die hier der Nachhaltigkeit wegen in Erinnerung gerufen werden, berührten eine Vielzahl von Orten, wo Luther geboren wurde, studiert und gewirkt hat und wo er schließlich gestorben ist. Die erste „Spur“ fanden die Reisenden im Lutherhaus in Eisenach. Es ist eines der ältesten und schönsten Fachwerkhäuser Thüringens– und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Eisenach. Luther soll hier als Schüler von 1498 bis 1501 gewohnt haben. Daran erinnern die berühmten „Lutherstuben“, die seit dem 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Erinnerungsorten der Reformation gehören.

Dreizehn Jahre lang, von 1484 bis 1497, lebte Martin Luther in Mansfeld, der zweiten Reisestation. Dort erhielt er seine erste schulische Ausbildung in der Mansfelder Lateinschule. Luthers Vater Hans Luder war ein erfolgreicher Hütten- und Bergwerkbesitzer. Martin Luther verbrachte allem Anschein nach seine Kindheit in dem Anwesen, bis er 1497 für eine weitere Ausbildung Mansfeld verließ. In Eisleben steht das Geburtshaus des späteren Reformators. Eine Dauerausstellung erzählt von dessen Herkunft, der Bergbautätigkeit des Vaters, vom Leben im Mittelalter und von der Taufe Luthers. Die Wohnung der Familie Luther mit historischen Möbeln und Werkzeugen ist dort nachempfunden.

Eine weitere Station in Eisleben war neben „Luthers Sterbehaus“ (wo er nach neuesten Erkenntnissen gar nicht gestorben ist) die St. Andreaskirche. Sie stellt mit ihren beiden Türmen den baulichen Mittelpunkt der historisch gewachsenen Altstadt Eislebens dar. Auf der 1509 erbauten Kanzel hielt Martin Luther im Februar 1546 seine letzten vier Predigten, bevor er am 18. Februar verstarb. Am 19. Februar 1546 wurde Martin Luthers Leichnam in der spätgotischen Hallenkirche aufgebahrt und von dort auf Befehl des sächsischen Kurfürsten nach Wittenberg überführt.

Wer von Martin Luther spricht, der weiß auch um die Bedeutung der Lutherstadt Wittenberg. Hier ist er im wahren Sinn des Wortes in allen Ecken und Enden präsent und er wird bis zum Kitsch im Jubiläumsjahr vermarktet. Seine Spuren suchten die Gemeindeglieder der Evangelischen Kirche Wirges an anderer Stelle. So im Lutherhaus, das 1504 als Augustinerkloster errichtet wurde. Damals noch unter dem Namen „Schwarzes Kloster“  bekannt, spielte der Name auf die Kuttenfarbe der Augustinermönche an. Auch Martin Luther lebte hier ab 1508 als Mönch. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Luther bekam das Haus 1532 übereignet und bewohnte es mit seiner Familie und seiner Frau Katharina von Bora. Als Höhepunkt der Reise darf neben dem Besuch des „Asisi-Luther-1517-Panoramas“ und des Melanchthon-Hauses die Schlosskirche mit der berühmten „Thesentür“, wo Luthers Grab zu finden ist, angesehen werden. Schon vor dem 31.Oktober 1517 hatte Luther sich in Predigten gegen den Ablasshandel ausgesprochen. An diesem Tage aber schreibt er, nachdem er eine Instruktionsschrift für Ablasshändler gelesen hat, an seine kirchlichen Vorgesetzten. Er hofft, damit den Missstand beheben zu können. Den Briefen legt er 95 Thesen bei, die als Grundlage für eine Disputation zu diesem Thema dienen sollten. Dass Luther an besagtem Tag seine Thesen mit lauten Hammerschlägen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, gehört aber wohl in das Reich der Legenden.

Damit noch nicht genug der Spurensuche nach Martin Luther. Auf der Heimreise machten die „Spurensucher“ noch einmal Station in Erfurt, wo sie bereits drei Tage zuvor den Erfurter Dom besucht hatten, und in Eisenach. Ziel in Erfurt war das Augustinerkloster. Hier trat Martin Luther am 17. Juli 1505 dem Orden bei und lebte bis 1511 als Augustinermönch. Strenge geistliche und asketische Übungen nach einem genau geregelten Tagesplan sowie eine ordensinterne wissenschaftliche Ausbildung bestimmten sein Leben hier. 1507 wurde er zum Priester geweiht, am 2. Mai desselben Jahres las er seine erste Messe in der Augustinerkirche.

Die Wartburg über Eisenach war der letzte Anlaufpunkt und sozusagen der letzte Abdruck der Lutherspur. Über Martin Luther, dessen Leben durch den Bann des Papstes und die Reichsacht akut bedroht war, war in der Wartburg unter anderem zu erfahren: „Am 4. Mai 1521 lässt ihn Kurfürst Friedrich der Weise auf die Wartburg bei Eisenach bringen. Der mächtige Kurfürst hofft, dadurch Luther kurzzeitig aus dem Rampenlicht zu nehmen und die ständigen Angriffe auf die reformatorische Bewegung etwas abzuschwächen. Luther lebt nun inkognito auf der Wartburg. Er nennt sich Junker Jörg. Als solcher widmet er sich einer neuen Aufgabe: er übersetzt in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Das später noch von Melanchthon und anderen Spezialisten bearbeitete Werk erscheint 1522 im Druck.“

Ohne Zweifel hat die fünftägige Reise auf Martin Luthers Spuren den „Suchenden“ gleichermaßen Bekanntes und Unbekanntes nähergebracht. „Es hat sich auf alle Fälle gelohnt“, resümierte ein Reiseteilnehmer, der damit die Eindrücke wohl aller auf den Punkt gebracht hat.

Hans-Peter Metternich

 

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